Neuer Deal mit China: Kredit für Militärakademie

Simbabwes Regierung hat am Dienstag bekannt gegeben, von China einen Kredit in der Höhe von 89 Mio. US-Dollar zu erhalten. Das Geld soll den Bau einer Militärakademie finanzieren.

 

Trotz heftiger Proteste steht die Regierung zu ihrem Entschluss, mit dem China-Kredit ein defense college errichten zu wollen. Sowohl das simbabwische Ober- wie auch das Unterhaus besiegelten das Abkommen am Dienstagabend…

 

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… Kritik zu diesem Entschluss kommt aus der Oppositionspartei MDC (Movement for Democratic Change): Das von Armut geplagte Land solle dem Geld eine andere Priorität zumessen und andersartig investieren. Auch im Parlament war eine rege Debatte entflammt. Shepherd Mushonga, ein Parteikollege von Premierminister Tsvangirai zeigt sich überrascht, dass sich die chinesischen Firmen vertraglich an den Bau der Akademie gebunden haben. Gegenüber CNN sagt der Oppositionspolitiker: „Ein Gesetz besagt, dass jeder Geschäftsabschluss zu 51 Prozent einem Simbabwer zugute kommen muss, aber in diesem Deal wurden Chinesen zu Simbabwern.“ Auch andere Parlamentarier meinen, die Regierung solle vor dem Bau der Akademie erst die kränkelnde Wirtschaft des Landes angehen.

Die Militärakademie soll 20 km nördlich der Hauptstadt Harare entstehen. Wenig überraschender Befürworter des Abkommens ist Verteidigungsminister Emmerson Mnangagwa. Dem Parlament gegenüber sagte er, die neue Akademie unterrichte in „militärischen Spezialübungen und Sicherheitsfragen.“ Die Dozenten seien ranghohe Offiziere und Zivilpersonen aus dem In- und Ausland.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Simbabwe haben sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert. Bei einem Besuch im März sagte der chinesische Vize-Premier Wang Qishan 700 Mio. US-Dollar in Form von Kreditverträgen zu. Bereits jetzt sind chinesische Unternehmen stark in der simbabwischen Bauwirtschaft tätig. Auch politisch wurde China ein wichtiger Verbündeter des südostafrikanischen Staates. Während sich der Westen von Langzeitpräsident Robert Mugabe abgewandt hat, ihn für die vorgeworfenen Menschenrechtsvergehen ächtet, steht China zu ihm. 2008 verhinderte China im UN-Sicherheitsrat durch sein Veto Sanktionen gegen Simbabwe.
Wie lange das gemeinsame Glück währt, darüber sind sich die Experten uneins: Für den Westen ist Simbabwes Wirtschaft zu einem roten Tuch geworden, nachdem der Staat an der Rückzahlung seiner 7 Milliarden Dollar Auslandsschulden scheiterte.

Den Artikel kann man unter folgendem Link auf „Africa-live“ nachlesen: afrika-live

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