Vision & Hope wurde im Jahre 2000 von engagierten jungen Bürgern aus dem Armenviertel Mbare in Simbabwes Hauptstadt Harare mit dem Ziel gegründet, benachteiligten Kindern und Jugendlichen im Viertel zu helfen. Hauptziel ist, Auswirkungen und die Verbreitung von HIV/AIDS und anderen gesellschaftlichen Missständen unter den Jugendlichen im Township zu reduzieren.

Die Organisation stärkt durch Bildung (bzw. der Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten), Informationsaustausch, psychologische Beratung, Lobbyismus und persönliche Unterstützung das Verantwortungsbewusstsein von Jugendlichen in Bezug auf Gesundheit und Sexualität.

Ziele
Die Hauptziele von Vision & Hope sind

a) Die Verbreitung und die Auswirkungen von HIV/AIDS und anderen gesellschaftlichen Missständen unter Kindern und Jugendlichen zu reduzieren.

b) Jugendliche zu verantwortungsvollem, beiderseitig einvernehmlichem und geschütztem Geschlechtsverkehr zu erziehen.

c) Erarbeiten, Entwickeln und Verbreiten von nachhaltigen Informationen für junge Leute über Gesundheit, HIV/AIDS und gesellschaftlichen Werten.

d) HIV und AIDS infizierte und indirekt betroffene, verwaiste, benachteiligte und gefährdete Kinder und Jugendliche psychisch, moralisch, emotional und materiell zu unterstützen.

Zum Angebot von Vision & Hope gehören dabei die Betreuung  und Unterstützung von Waisen und benachteiligten Kindern sowie  präventive und aufklärende Bildungsmaßnahmen wie Theateraufführungen, Spiel- und Freizeitangebote, bei denen offen über HIV/Aids und andere Themen informiert wird. Daneben spielen bei Vision and Hope das sogenannte Edutainment (Education durch Entertainment) sowie die psychologische Betreuung der Kinder und Jugendlichen aus dem Township eine wichtige Rolle. Diesen soll ermöglicht werden, ein menschenwürdiges Leben zu führen.

Die Aktivitäten von Vision & Hope im Einzelnen:

Schulunterstützung und Betreuung von Waisenkindern
Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation im Land unterstützt Vision & Hope auch über 130 Waisen und benachteiligte Kinder im Township finanziell, damit diesen ein Schulbesuch ermöglicht werden kann. In Simbabwe ist die Schule kostenpflichtig, leider können dadurch viele Kinder nicht mehr zur Schule gehen.
Neben der Übernahme der Schulkosten (die Gebühren werden den Schulen direkt gezahlt) beinhaltet das Programm die Anschaffung von Schuluniformen und – wo es notwendig ist – Unterbringung der Kinder bei Verwandten, falls die Eltern verstorben sind. Die Kids werden auch mit Nahrungsmitteln unterstützt, zudem gibt es Erziehungs-Workshops mit den Verwandten, bei denen die Kinder leben. Die Kinder haben durch ein von Vision & Hope geführtes Begegnungszentrum feste Ansprechpartner, die ihnen bei ihren Problemen beistehen.  Diese psychologische Betreuung hilft den Kindern, ihre oft traumatischen Erlebnisse besser zu verarbeiten.

Peer Education Workshops
Ein weiterer Schwerpunkt von Vision & Hope liegt in der Aufklärung der Jugendlichen des Townships zu den Themen Ernährung, Drogenmissbrauch, familiärer Missbrauch, Gleichberechtigung der Geschlechter und v.a. HIV/AIDS.  Dabei spielt der Peer Education Ansatz eine große Rolle.
Unter Peer Education versteht man den Einsatz von Jugendlichen für Jugendliche zur Aufklärung und Beratung. Bei Vision & Hope steht hierbei der Gesundheitsbereich im Vordergrund.  Zielsetzung ist das Lehren oder Teilen von Informationen, Werten und Verhaltensweisen durch Mitglieder gleicher Altersgruppen. Hintergrund ist, dass Gleichaltrige oftmals einen viel größeren Einfluss auf andere Jugendliche haben als beispielsweise Eltern. Die von Vision & Hope geschulten Workshopleiter halten regelmäßige Tagesseminare, um anderen jungen Leuten über die Gefahren und Risiken von HIV und AIDS aufzuklären und auf das Sozialverhalten der Jugendlichen einzuwirken.  Dabei besuchen die Seminarleiter auch Schulen in Mbare und anderen Townships, um dort direkt vor Ort mit den Kindern zu arbeiten. So arbeitet Vision & Hope beispielsweise auch den Schülern unseres Partnerprojekts Glen Forest Development Centre.

Einkommensgenerierende Maßnahmen
Vision & Hope hat auch ein sogenanntes einkommensgenerierendes Projekt, bei dem jungen Erwachsenen geholfen wird, durch den Verkauf und die Herstellung von Produkten ein eigenes zusätzliches Einkommen zum Lebensunterhalt zu bekommen. Hergestellt werden v.a. Postkarten, Schlüsselanhänger und Schmuck, ZimRelief verkauft diese Produkte auch in Deutschland.

EduSport
Vision & Hope organisiert für die Kinder im Township auch regelmäßige Sport Events wie Fußball- oder Volleyballturniere. Die Idee ist, die vielen vernachlässigten Kinder und Jugendlichen durch die Events von der Straße zu holen. Während den Veranstaltungen werden Workshops zu den Themen Gesundheit, Aufklärung, HIV/AIDS usw. abgehalten. Nur so gelingt es Vision & Hope, viele Kinder zu erreichen und Sie für diese wichtigen Themen zu öffnen.  Dieses Mischung aus Sport und Bildung bezeichnet man im Englischen als EduSport.

Jugend- und Informationszentren (Information, Bildung und Kommunikation)
Vision & Hope unterhält im Township Mbare auch 2 Jugend- und Informationszentren. Diese Zentren dienen bei Vision & Hope als eine Begegnungsstätte, zu der Jugendliche zur (psychologischen) Beratung, Unterhaltung, Weiterbildung und Freizeitgestaltung kommen können. In den Zentren liegen kostenlose Infobroschüren zu den Themen familiärer Missbrauch, HIV/AIDS usw. aus. Sportmaterialien, Bücher und Spielsachen können dort ausgeliehen werden. Die von Vision & Hope betreuten Waisenkinder bekommen hier Montag bis Freitag auch einmal täglich eine kleine Mahlzeit, leider oft ihre einzigste. Auch Theater-, Tanz- und  Künstlergruppen können in den Zentren proben und auftreten. Geschulte Peer Educators (siehe oben) stehen den Besuchern bei Fragen und Problemen beratend zur Seite. In den beiden Zentren bekommen Jugendliche auch kostenlos Kondome.

Psychologischer Beistand und Jugendberatung
In Fällen, in denen Jugendlichen schwere Krisen durchmachen, hilft Vision & Hope durch persönlichen Beistand und vermittelt professionelle Beratung. Viele Kinder haben ihre Eltern verloren, die Missbrauchsraten in den Townships sind leider sehr hoch, selbiges gilt für das Gewaltpotential. Durch psychologische Betreuung kann den Jugendlichen Rückhalt gegeben werden, das Selbstvertauen wird wieder gestärkt.

Freizeitcamps
Durch Freizeitcamps soll benachteiligten Kindern dabei geholfen werden, ihr Selbstvertrauen wiederzugewinnen und Probleme besser zu bewältigen. Die Kids können für kurze Zeit ihren schwierigen Alltag hinter sich lassen. Sehr viele der Jugendlichen kommen aus zerrütteten Familien, oftmals müssen sie bei Verwandten leben, da die Eltern verstorben sind.  In den Townships sind leider sexueller Missbrauch und eine hohe HIV-Infektionsrate oft an der Tagesordnung. Und gezielte Aufklärung und Hilfestellung bei diesen Themen kommt meist zu kurz.  Die Camps bieten verschiedene Freizeitaktivitäten, Aufklärungsseminare (Themenschwerpunkte Ernährung, Gender, Kommunikation, Kinderrechte, familiärer Missbrauch sowie HIV/AIDS) und Workshops zu elementarer Ernährung und Hygiene sowie zur lokalen Tradition und Kultur. Für ältere Jugendliche im Teenager-Alter gibt es zudem Seminare zu Grundrechten, Nachlassrecht, Kindererziehung und Haushaltsführung, da die Zahl der von Jugendlichen allein geführten Haushalten aufgrund von HIV/AIDS stark angestiegen ist.

Öffentliche Forumsdiskussionen
Die öffentlichen Forumsdiskussionen haben zum Ziel, den Jugendlichen eine Plattform zu geben, um über Themen zu diskutieren, die für sie von Bedeutung sind. Außerdem sollen die Jugendlichen entdecken, dass es Ziele gibt, für die es sich einzusetzen lohnt und wie man wichtige Anliegen an die betreffenden Behörden weiterkommuniziert.

Informationsveranstaltungen und Aufführungen
Diese Veranstaltungen sollen große Aufmerksamkeit bei Jugendlichen erzielen. Im Zusammenspiel aus öffentlichen Informationsveranstaltungen und Theateraufführungen wird die Kernbotschaft (im Kampf gegen HIV/AIDS) vermittelt.  Die Lernmaterialien werden von Jugendlichen zur Weiterverbreitung an andere Jugendliche entwickelt. Die Basisinformationen hierfür können von verschiedenen lokalen aber auch internationalen Organisationen/Institutionen kommen.

Tsepo Edutainment (Theater)
Tsepo Edutainment ist ein Projekt von Vision & Hope, dass Theater als innovativen Kommunikationskanal benützt, um der Zielgruppe (Kindern und Jugendlichen) aufklärende Informationen zu HIV/AIDS näher zu bringen und anschließende Diskussionsforen zu ermöglichen. Die meisten der Stücke werden von den Kids selbst geschrieben.

Unterstützung der Schule „Rising Star“
Neu hinzugekommen ist 2010 noch die Förderung einer Schule für Waisen und benachteiligte Kinder in Hopely, einem der ärmsten Stadtteile Harares. Vision & Hope entschloss sich, aufgrund der prekären Zustände der dort neu gegründeten „Rising Star“ Schule in diesem Viertel zu helfen und benötigt hierbei dringend Unterstützung. In der Schule werden über 900 Kinder unter teils erbärmlichen Zuständen von Freiwilligen unterrichtet. Und es mangelt an vielem, allem voran Schulheften, Tafeln, Büchern, Stiften usw. Bis Ende 2010 wurden die Schüler noch unter freiem Himmel unterrichtet, inzwischen konnten mit Hilfe ZimReliefs einfache, temporäre Schulgebäude gebaut werden.

Langfristig wollen wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Vision & Hope die Zustände in der Schule verbessern und die dauerhafte Unterstützung der dortigen Schulkinder sicherstellen. Dazu gehört die Hilfe bei Schulmaterialien sowie die Weiterbildung der Lehrer. 2012 konnten wir zudem noch mit einem sog. Feeding Scheme beginnen, damit die – oftmals unterernährten – jüngsten Schüler durch die Schule zumindest einmal am Tag eine nahrhafte Mahlzeit bekommen. Darüber hinaus begleiten wir seit 2016 gemeinsam mit den Ingenieuren ohne Grenzen den Bau von Schulgebäuden, sanitären Einrichtungen und einer angemessenen Wasserversorgung. Weitere Informationen hierzu gibt es auch unter folgendem Link: https://ingenieure-ohne-grenzen.org/de/projekte/zwe-iog03